Der Titel übertreibt etwas, aber immerhin lässt sich Romy schon ganz allein treiben, was mich genug beeindruckt.
Wir sind jetzt zimmerlose Koffervagabunden, die sich noch durch den gesamten Tag treiben lassen müssen, was am Pool direkt am Strand nicht ganz so schwer fällt. Der Plan sieht vor, sich Mittags von der Straße eine Nudelsuppe zu holen, und zwar die gleiche, die wir gestern schon genossen hatten, denn auch diese hatte uns beeindruckt – sehr schmackhaft. Danach vertreiben wir uns die Zeit bis uns abends der Flieger nach Bangkok unserem Heimflug näher bringt. Wir sind natürlich traurig, dass unsere kleine Reise nun vorbei sein soll, freuen uns aber auch auf Berlin (nein, nicht auf das Wetter) undvor allem auf euch!
Schön wars jewesen!
Gestern haben wir die komplette Insel mit dem Jeep umrundet. Nicht unbedingt bequem, wenn man das Platzproblem in der kleinen Karre bedenkt und die Straßenlage des Wagens, dessen Stoßdämpfer jede Erhebung einszueins auf die Wirbelsäule übertragen. Bei den Straßen hier lässt sich das am treffensten mit einer Fahrt im Trabbi über eine alte Ostautobahn vergleichen. Die ganze Runde dauerte ca. eineinhalb Stunden.
Die Westseite der Insel scheint ruhiger und schöner zu sein. Sie beherbergt auch die teureren Resorts und ist daher auch leerer. Unsere Inselseite ist eher zum Feiern aufgelegt, hier in Chaweng tobt das Nachtleben und es knallen die Böller bis fünf Uhr morgens.
Heute ist der letzte Tag. Morgen abend um 20.00 verlassen wir die Insel.

Unser gestriger Restaurantausflug zum Japaner erwies sich nicht unbedingt als Schnäppchen. Es gab köstlichen frischen Fisch, fritierte Austern, gebratenes Schweinefleisch, Knoblauchreis und vieles mehr – das meiste davon importiert aus Japan. Bedient wurden wir vom Chef des Hauses und der Kellnerin, einem umoperierten Thai. Obwohl die Bestellungen auf sich warten ließen oder gar nicht aufgetischt wurden und ab und an etwas nicht bestelltes angebracht wurde, war ich der einzige, der darüber nicht gemeckert hat. Ich weiß, das glaubt mir keiner – ist mir selbst auch erst auf dem Heimweg aufgefallen. Eventuell lag das am schmackhaften, aber viel zu teuren Sake?
Das Zimmer ist kleiner, aber schöner. Der Strand ist dafür umso voller – die Einsamkeit unserer versteckten Bucht auf Kho Phanghan haben wir nun gegen einen menschengefüllten kilometerlangen Strand mit Sonnenliegenparade eingetauscht. Wir wundern uns etwas, wie uns das passieren konnte, so schlimm ist es dann aber doch nicht.
Eine Seitenstraße führt von der Hauptstraße direkt zum Resortgelände, das somit versteckt vom Trubel liegt, diesen jedoch jederzeit leicht zugänglich macht. Das nächtliche Treiben ist das Thailandtypische. Wir lassen uns massieren, essen am Strand, hängen ab. Romy schwebt eigenständig mit Schwimmflügeln im Pool, während Flugzeuge ab und an dicht über unseren Köpfen starten. Das Meer ist seicht und ohne Wellen etwas langweilig. Mit dem Jeep erkunden die anderen die Insel, wärend ich arbeitend zurück bleibe.
Den Tag beginnen wir mit einem Frühstück in der Library, einem Luxusresort vom Feinsten. Es wurde uns sehr empfohlen, aber wir können’s uns nicht leisten, dort zu wohnen. Dann eben nur Frühstück. Es gibt Eggs Benedict, Toast und Mini-Croissants.
Hier auf der Insel wohnt man in Resorts. Gestern Nacht haben wir unseres noch gebucht, beim selben Mann übrigens, der uns auch schon die besseren Flugtickets verkauft und uns über den Piratentrick aufgeklärt hatte. Der Mann ist dick, schwul und scheint hier den absoluten Durchblick zu haben. Unsere gestrige Buchungstransaktion fand jedenfalls nachts direkt am ATM-Geldautomaten statt, wo wir die gesamte Summe im Voraus zahlen sollten. Das ist eigentich gar nicht so mein Stil – ich bin wohl schon zu relaxt oder fand den Straßendeal einfach zu cool. Der dicke Mann, nennen wir ihne Big O. ist der Freund eines Freundes unserer Freunde, bei denen wir hier auf den Resort-Zug aufgesprungen sind, nachdem das gemeinsam bezogene Haus, das nicht am Strand liegt, unseren Vorstellungen nicht entsprochen hatte.

Wie auch immer, für uns war reserviert und wir konnten unser Appartement im Resort “Montienhouse” beziehen. Es liegt allerdings außerhalb des Resortgeländes, direkt vor dem Eingang. Die zwei recht großen Zimmer heißen Familysuite und tauchen Online und im Katalog nirgends auf. Das Bad ist etwas älter und erfüllt auch nicht den Standard der restlichen Appartements des Resorts, was mich zur Rezeption treibt und so lange insistieren läßt, bis wir ein neues Appartement zugewiesen bekommen, das zwar günstiger und kleiner, dafür aber auch stilvoller und einfach schöner ist. Morgen ziehen wir um. Es war ein harter Kampf, den Differenzbetrag mit den anfallenden Restaurantkosten verrechnet zu bekommen. “No Refund!” scheint hier ein festes Prinzip zu sein; Geld, das man in den Händen hatte, gibt man nicht wieder her.
Thailand ist wirklich schön, hat sich in den letzten Jahren aber mächtig verändert. Das Gefühl, ständig über den Tisch gezogen zu werden, wird man hier schwer los. Die Freundlichkeit ist aus vielen Gesichtern gewichen. Das alte Konzept “Devisen gegen Service” weicht mit der alten Generation. Der Generationenwechsel in den Geschäften und Bungalowanlagen ist für viele junge Leute ungewollt, die lieber anderes machen würden oder nur am Geld, aber nicht an der Arbeit mit den Farrang interessiert sind. Die Preise werden zwar erhöht, die Qualität und der Service ziehen aber nicht mit, und das ist schade. Wenn doch wenigstens das Lächeln bleiben würde.
Ein Inselwechsel steht an. Wir haben gestern schon gepackt und schleppen alles noch vor dem Frühstück die Klippen runter, zum
Strand. So große Wellen gabs hier noch nie – schön. Das Schiff ist nicht gerade groß und benötigt mehrere Anläufe, um zum Strand zu navigieren. Wir dachten schon, es würde dieses mal wegen zu starkem Seegang unseren Strand auslassen. Aber der Captain läßt sich die zahlenden Farrang nicht aus dem Netz klabautern und schiebt seine Planken auf Grund. Wir wuchten all unsere Taschen an Bord und los geht unsere Mini-Odyssee, 100 Minuten werden wir wie in einer Nußschale übers Meer getrieben. Bevor das Boot nach Kho Samui übersetzt, werden noch einige Strände abgeklappert. In Hat Tien ist der Seegang zu stark zum anlanden, so dass die neuen Fahrgäste per momtorisiertem Schlauchboot aufgegabelt werden müssen.
Die Südseite der Insel hat ruhigere See und es schaukelt nicht mehr allzu doll. Nun fällt auch die dröhnende Maschine deutlicher auf, die das Boot angestrengt durch die Wellen schiebt und dabei Öl und Wasserdampf schwitzt. Ich frage mich, wie der Leichtmatrose bei dem Getöse direkt auf dem den Motor verbegenden Verschlag so ruhig schlafen kann, der dabei noch so resonant stottert und wackelt, dass man kaum drauf sitzen kann.
Wir schaffen es zur anderen Insel und lassen uns am Landungsstrand ein Taxi aufschwatzen. Hier auf Kho Samui wollen wir uns wieder mit Freunden treffen, die nachmittags mit dem Flugzeug landen, und gemeinsam eine Unterkunft nehmen. Ein Jeep wird gemietet und wir fahren zum reservierten Häuschen, das sich als nicht so nobel herausstellt, wie erhofft. Schließlich möchtenw ir unsere letzten Tage etwas nobler verbringen und uns von den erleideten Belastungen der letzten sieben Wochen erholen.
Es stellt sich ausserdem heraus, dass unser Rückflugticket nicht wie es sollte zurücktauschbar ist und es entgegen der Behauptungen des Booking Agent doch noch Direktflüge nach Bangkok gibt, so dass wir eigentlich doch keinen sechs stündigen Umweg per Boot übers Meer und mit anschließender Busfahrt machen müssten. Die Agenten in der Piratenbucht haben uns scheinbar unser Geld gegen ihr Katzengold eingetauscht: Ein No Refund-Ticket wurde uns als Refund-Ticket verkauft, der nicht unerhebliche Differenzbetrag ist nun Piratenschatz. Danke, Mai Pen Rai!
Der Countdown läuft, die Zeit rast und die Tage fliegen nur so dahin. Es kommt mir gar nicht so lange vor. Wir haben sehr nette Insbrucker kennengelernt, mit deren Sohn Yannik Romy sich blendend versteht. Sie turnen den ganzen Tag rum und am liebsten mag Romy das, was sie “Bantinu” nennt, das grosse Trampolin vor dem Mai Pen Rai Restaurant. Da kann sie ungelogen stundenlang wie ein Derwisch rumhopsen und wird jeden Tag besser. Ein weiteres lustiges neues Wort ist “runterbert”, wenn wir sie ermahnen rückwärts irgendwo runter zu klettern. Und an einem Tag hat sie morgens “one” gelernt und abends “everything”, was auch irgendwie passend war. Es sind geradezu unheimlich viele genau so alte Kinder wie Romy hier, scheinbar ist das ein gutes Reisealter, aber ein bisschen wie zuhause, wenn fünf kleine nackte GENAU 20 Monate alte Kinder im Wasser planschen. Ausserdem sind hier überproportional viele Deutsche, hach ja.
Es erscheint bizarr, dass wir bald wieder viele Klamotten anhaben sollen und im Schnee frieren. Das muss ich mir immer sagen, wenn es zu heiss ist um die Mittagszeit.
Die Handybilder der letzten beiden Einträge geben leider nur unvollständig das wieder, was sie abbilden. Weder die Farbgebung ist korrekt – durch das sehr helle Sonnenlicht wird das grelle Blau des Himmels, das Türkis des Wassers, das Okkergelb des Sandes und das dunkle Grün des Palmenwaldes, auch wegen der geringen Farbtiefe des Fotochips, nur unterdrückt dargestellt – noch vermögen sie das Rauschen der Brandung wiederzugeben, was man bei Fotos natürlich nicht anprangern kann.
Unser Tag beginnt mit Frühstück und dem Betrachten des Strandes, es folgt im Groben ein Mittagsschlaf, vor allem von Romy. Danach gehen wir Mittagessen, dann zum Strand runter, baden. Die letzte Entscheidung des Tages widmen wir der Frage, in welchem der vier Restaurants wir denn zu Abend essen. Oft wird auch ein BBQ am Strand angeboten, wo es den butterweichsten fangfrischesten Red Snapper gibt, den man sich vorstellen kann.
Gestern haben wir der Nachbarbucht einen Besuch abgestattet, einem etwas längeren, zweigeteilten Strand, der sehr langsam und seicht ins Meer abfällt. Der Hinweg war recht einfach, per Boot haben wir uns hinschaukeln lassen. Windeln und Geld wurden benötigt. Der Rückweg war ein kleiner Gewaltmarsch durch den Dschungel, mit Romy auf dem Rücken und hauptsächlich bergauf, was mir recht unlogisch erscheint. Wie kann es denn mehr bergauf gehen, als dann auch wieder bergab? Unglaublich, diese Thais! Immer alles mehr Schein als Sein.
In vier Tagen wechseln wir die Insel. Ich hoffe, da gibt es dann mal wieder ein besseres Internet, denn ich werde von immer mehr Seiten zum Arbeiten gedrängt. Und ich dachte schon, ich muss selber aufpassen, dass ich nicht zu braun werde. Sicher wird man in Berlin hasserfüllt von der Seite betrachtet, wenn man zu viel Farbe ansetzt.
Und macht euch keine Sorgen, ich finde auch hier immer was zu meckern. Ansonsten gilt natürlich weiterhin: Nicht gemeckert ist genug gelobt! In diesem Sinne geh ich dann mal schweigend was essen…
Um auf diese Insel zu gelangen, muss man bis auf das Fahrad so ziemlich jedes Fortbewegungsmittel in Anspruch nehmen, das existiert: Flugzeug, Zug, Bus, Auto, Tucktuck, Boot…
Ein Transporter karrt uns und das Gepäck vom Hotel zu einem Reisebus. Wir werden verfrachtet und warten. Es ist heiß, die Klimaanlage ist defekt, wir haben Hunger, aber ein Ziel vor Augen. Endlich geht es los, der Bus fährt uns zum weit entfernt liegenden “Hafen”, einer Anlegestelle direkt am Strand.
Der Steg zum Highspeed-Katamaran ist aus Holz, lang und erscheint zerbrechlich. Der Rollkoffer macht sich gut, zickt aber mächtig, da die meisten Bolen sich vom Steg lösen und mit den herausstehenden Nägeln den kleinen, schwer bemühten Rädern als Hindernis entgegen stehen.
Das Speedboad bringt uns hüpfend in drei Stunden nach Kho Phanghan. Dort werden wir schon erwartet. Wir bahnen uns unseren Weg durch die vielen Resort- und Tucktuck-Anbieter zu einem Pickup mit 4Rad-Antrieb. Unser Fahrer spricht nicht, dafür lächelt er viel und er fährt uns über Wege ans Ziel, die wir eher als ausgetrocknetes Flußbett bezeichnen würden. Unglaublich, wie der Mann sein Fahrzeug beherrscht. Ich wußte nicht, daß man solch steile und steinige Strecken überhaupt befahren und dabei so mühelos meistern kann. Unsere Minisafari endet mit dem Schleppen des Gepäcks über hunderte kleiner Stufen zu den in die Klippen gebauten Bungalows. Hier helfen dann auch keine Rollen mehr.
Jetzt heisst es erstmal ausspannen. Kika genießt die heimische Küche, meine Highlights wechseln zwischen trocken Toast mit Banane & schwarzem Tee und Reis mit Salz & Cola. Romy gefällt es sehr, sie hat ihr geliebtes Wasser zurück, kann baden, es gibt Hunde, Katzen, ein Schwein, viele Boote und sogar ein paar Kinder.
Für uns beginnt jetzt der Entspannungsurlaub. Selbst das Handy hat nur ab und zu Empfang, je nach Windrichtung, auf einer ganz bestimmten Stelle der Veranda.
Wir senden euch also mit dem Wind etwas Sonne nach Berlin und Frankfurt, nach MeckVoPo und in die Schweiz, nach Erfurt und überall sonst, wo sie sich in der letzten Zeit etwas rar gemacht hat!
Heute erwischen wir endlich zwei Plätze im Expresszug und heizen im Zweiwagen-Farrang-Express nach Chumpon. Irgendwie erfrischend, mal wieder so viele weiße Gesichter zu sehen. Trotz Magenverstimmung knall ich mir das im Fahrpreis enthalte superscharfe Essen rein, Kikas Portion gleich mit – keine gute Idee…
Auf dem Bahnhof begegnte Romy einem alten Mönch, der schnell verschwindet und kurz danach wieder auftaucht, um ihr ein Büschel des Haupthaares seines kurz geschorenen Schädels zu schenken, mit der Bitte an mich, ihr das in einer Kette um den Hals zu binden. Hm, das überleg ich mir noch.
Morgen gehts dann endlich per Schnell-Katamaran uffe Insel. Dort wartet ein Bungalow auf uns und wir rasten für zehn Tage. Strom gibts dann nur noch von 18.00 bis ca. 23.00 Uhr. Vielleicht komm ich da ja endlich mal zum lesen…
Wir wollen weiter nach Chumpon, um von dort per Schnellboot direkt auf die Insel zu gelangen. Uns reicht unser kleiner Ausflug ins lokale Geschehen, wir sehnen uns nach Ruhe und Entspannung im Strandbunglow. Also versuchen wir am Bahnhof wieder mal den direkten Expresszug zweiter Klasse zu buchen – wieder mal vergebens. Also wieder Bummelzug. Wir kaufen zwei Tickets nach Chumpon, die wieder fast nichts kosten. Die Fahrt soll anstatt zweieinhalb Stunden per Expres nun fünf Stunden dauern. Da hat man was, worauf man sich freuen kann!
Während der Fahrt entscheiden wir uns spontan, uns doch an den Loose zu halten und steigen in Prachuap Khiri Khan aus, dem zweiten von uns zuvor erwählten “Spot” des Lokaltourismus-Trips. Es handelt sich um ein kleines ehemaliges Fischerdorf, das nun langsam von der Tourismuswelle überrollt wird. Es hat aber noch etwas Idylle bewahrt und wir finden ein schönes Gästehaus mit kleinem Balkon und Meerblick. Auch ein Pool wartet auf Romy. Das Haus gehört einem Münchner. Morgen gehts weiter…
Herrn Loose sei Dank wurde ich inspiriert, Kika davon zu überzeugen, dass es doch interessant sein könnte, anstatt direkt auf eine Insel zu fliegen, das Land doch mit einer der im Reiseführer angeteasten Touren stückchenweise zu erkunden und sich Tageweise dem Reiseziel Koh Phangan zu nähern. Die Tour schlägt mehrere Anfahrtspunkte vor, wir wählen davon nur zwei aus, das soll reichen. Ein “Spot” verspricht ein unglaubliches Naturschauspiel, nämlich das allabendliche Ausfliegen von 20 Millionen Fledermäusen aus ihrer Höhle direkt oberhalb eines Klosters. Klingt vielversprechend, denken wir, und machen uns auf nach Ratchaburi, das fast direkt neben Bangkok liegt, also ca. eineinhalb Stunden entfernt.
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Wir fahren mit dem Taxi zum Bahnhof, um den Expresszug erster Klasse zu buchen, lassen uns aber mit einem Ticket dritter Klasse abspeisen. Die Fahrt im Bummelzug dauert drei Stunden und kostet umgerechnet ca. 50 Eurocent pro Person. Man sitzt zwar nicht auf Holzbänken, dafür wird aber anscheinend an den Schrauben gespart: Ich krache irgendwann beim zurechtrücken meines Allerwertesten konkret mit der Sitzfläche zu Boden. Als ich mich wieder aufrichte und sehe, dass sich bis auf Kika keiner darüber amüsiert, bitchslapt mit im Anschluß daran auch gleich noch ein vorbeidonnernder Ast eines Baumes mit seinen ins Zugfenster dräschenden Blättern. Kika kriegt sich nichtmehr ein und ich bemerke, dass es mein Tag zu werden scheint!
Die Landschaft zieht langsam an uns vorbei, ichbemerke einige Mopetfahrer, die ebenfalls an uns vorbeiziehen, allerdings in die andere Richtung – so langsam bewegen wir uns. Um uns herum überall Thais, die sich an Romy erfreuen. Der Fahrtwind weht, die Sonne knallt, alle drei Minuten kommt ein “fliegender Händler” mit immer interessanter werdenden Lebensmitteln an uns vorbei.
In Ratchaburi angekommen bemerken wir nichts vom beschriebenen Charme der Stadt. Uns erinnert alles eher an eine sozialistische Kleinstadt ohne jegliches Etwas. Wir nehmen uns ein Hotelzimmer und erkunden die Stadt zu Fuss. Wieder ein Fehler. Hungrig durch die Sonne latschen ist nie eine gute Idee. Wir möchten uns aber an Herrn Loose halten, der uns nahelegt, auf dem Markt an Stand 100 unbedingt diese sagenhaften Nudeln zu probieren. Wir finden den Markt, aber keinen Stand 100. Zwischen Stand 99 un 101 ist einfach gar nichts. Wir essen woanders, ich zerschieß mir den Magen mit zu viel Chilli-Ingersoße. Davon habe ich nun noch tagelang etwas. Weiter gehts. Das berühmte Nationalmuseum ist natürlich geschlossen. Am besten also zurück ins Hotel, warten auf unser Taxi, das uns zu den Fledermäusen bringen soll. Nach 40 Minuten Fahrt treffen wir endlich dort ein, warten eine Weile auf das Ereignis und sind der Meinung, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Der riesege, nicht enden wollende Schwarm fließt aus der Höhle und quirlt in den Himmel wie eine lebendig gewordene Rauchwolke, die in hohen Tönen quietscht. Wir bleiben eine Weile und als wir fahren ist die letzte Fledermaus noch nicht aus ihrer Höhle gelangt. Der Strom wird zwar dünner und die Luft um uns herum wimmelt von Flugtieren, es drängens ich aber noch viele Tiere hinaus. Uns drängt es ins Hotel und Romy ins Bett.
Heute gibts Berliner zum Frühstück: Ein nettes Paar mit Kind sitz morgens neben uns. Wir sind eben überall vertreten!
Wir haben keine großen Pläne für den Tag und denken uns, man könnte zur Abwechslung mal wieder ein Krankenhaus aufzusuchen. Andere Leute besichtigen Kirchen, wir halt Krankenhäuser – aber nicht irgend eins, es muss schon das teuerste der Stadt sein. Romy hat “im Windelbereich” einen Ausschlag und wir vermuten, dass es eine durch das Antibiotikum hervorgerufene Infektion ist – wir liegen richtig und bekommen Cremes verschrieben. Alles geht sehr fix und ist wohlorganisiert. Und ich war noch nie in einem Krankenhaus mit eigenem MC Donnalds und einer Kinderenternainment-Ecke in der Pediatrie.
Romy ist hier der Star, ich komme mir schon vor, wie ihr Leibwächter. Jeder dritte Thai fummelt ihr im Gesicht, kneift ihre Wangen, freut sich, sie zu sehen. Einerseits ist das sehr schön und macht stolz, andererseits kann es auch ganz schön nerven. Romy stört es jedenfalls meistens.
Viel Taxifahren durch Bangkoks ewigen Stau, der dick und langsam fließt, ob Tag oder Nacht. Hier gibt es bestimmt mindestens zehn verschiedene Wörter für Stau – wie bei den Innuit, mit ihren vielen Wörtern für Schnee.
Romy neue Worte sind Taxi und Hotel. Der nette Taxifahrer würde am liebsten mal nach Deutschland, um dort auf einer Autobahn lanzuheizen, fragt uns nach der persönlichen Höchstgeschwindigkeit.
Die andere Hälfte des Tages verbringen wir in Einkaufshäusern, die eher Flohmärkten gleichen, lassen uns massieren (eine Stunde Fußmassage, danach eine Stunde Nacken…), spielen reich, essen, was gut aussieht, ohne auf den Preis zu achten.
Eine Etage beherbergt nur Computer. Wer ein neues Netbook für 200€ haben will, wird hier mit Markenprodukten glücklich. Ich muss mich schwer zurückhalten – hab ja schon eins, allerdings doppelt so teuer erstanden. Ich würde fastt noch einen kaufen, allein aus Prinzip. Man kann ja auch nie genug Computer haben…
Wenn ankommen heisst, endlich mal wieder in einem harten Bett zu schlafen, das Chaos und das Essen von Bangkok zu genießen, sich vom Chaos und Treiben der Straßen und des Wochenendmarktes die Füße und die Nerven blank reiben zu lassen, viel Geld zu sparen, weil alles so günstig ist, sich bestehlen zu lassen, weil man im hektischen Gedränge der Taxi-Bootfahrt mit Kind auf dem Arm von einem *#!$%* bedrängt und beraubt wird, nur um das Geldgleichewicht wieder herzustellen (das waren mind. zwei Monatslöhne hier), danach mit den letzten Baht aus der Hosentasche zum Hilton zu fahren, um dort Freunde zu treffen und alle Karten sperren zu lassen, sich vom Sicherheitschef des Hiltons zur Polizei geleiten zu lassen, im Hilton abzuhängen und Bier zu trinken, um dann auf dem Rückweg ins Hotel über die Khao San Road zu hetzen und endlich im Hotel ins Bett zu sinken, dann sind wir jetzt angekommen.
Frühstück in Sydney, Buggyübergabe an den Nachbarn aus Berlin. Romy spendet großzügig “meine Buddie” an Emma, Pauline und Johannes. Der Rest ist ein typischer Reisetag: Fahren mit Bus, Bahn, Taxi, warten…
Der Flieger trägt uns brav und höflich in 9 1/2 Stunden auf holprigen Wegen nach Thailand. Ick dachte wir fahrn durchn Osten!
Wieder mal Zeitverschiebung, diesmal vier Stunden zurück. Ankunft um 23:20 Ortszeit. Das Hotel hatten wir schon online gebucht, alles läuft wie am Schnürchen. Ab morgen beginnt dann der Urlaub!
…but different, dieser Tag. Wie geplant waren wir in besagter Ausstellung. Über Kunst läßt sich streiten. Viele Sachen waren aus meiner Sicht simple Veranschaulichungen einfacher physikalischer und mathematischer Grundgesetze – hübsch anzuschauen allemal. Schön war der Lego-Raum. Die Kunst wurde hier letztenendes, ganz dem Trend folgend, wieder von den Besuchern gemacht. Wenn man diesen Trend extrapoliert, werden in naher Zukunft nur noch Konzepte dem Konsumenten nahegebracht, die er dann selbst umzusetzen hat: Kunst 2.0?
Beeindruckend war das Kreuzfahrtschiff direkt vor der Tür des Museums: Ein schwimmender Wohnblock.
Wir erkunden Sydney mit dem Bus, laufen etwas herum und entschließen uns kurzfristig, Romy vor unserem morgigen Abflug einem erneuten ärtzlichen Checkthrough zu unterziehen. Sicher ist sicher. Ein Ohr ist immer noch entzündet, Romy wird aber als flugtauglich eingestuft.
Morgen Abend verlassen wir den Kontinent, das Land Australien. Sicher wird nun auch weniger oft gebloggt – wir haben schließlich Urlaub!
Eine Fähre fährt uns direkt zum Hafen von Sydney, von dem aus wir als erstes zum Opernhaus wandern. Romy modelt für einen verzückten Chinesen auf den Treppen dieses architektonisch-akkustischen Meisterwerks. Als sie fertig sind, können wir endlich ein paar Möwen verjagen und durchqueren nebenbei den Botanischen Garten. Wir laufen durch das Bankenviertel, treffen unsere Nachbarn aus Berlin auf einen Cafe und flanieren gemeinsam die Crown Street entlang. Abends essen wir dort mit Anna-Maria (bei der wir wohnen), Chris (ihrem Mann) und Sarah (einer Freundin von Anna-Marie) im “red lantern” und machen auf dem Nachhauseweg einen schnellen Tourist-Drivethrough der besten Night-Photo-Spots.
Morgen soll es regnen. Ob uns das zu erneuten Museumsgängen zwingt, werden wir sehen. Das wäre so schlimm nicht, denn aufgrund des derzeitig stattfindenden Sydney Festivals scheinen einige Ausstellungen recht vielversprechend (z.B. Olafur Eliasson).
Gutes Nächtle!
Heute war Australia Day (dt., abweichender Wikipedia-Artikel). Großer Trubel, tolles Feuerwerk – wir haben alles am TV betrachtet. Gestern kamen wir per Taxi vom Flughafen direkt zu unseren Gastgebern, Freunden von Kika, die am nördlichen Stadtrand in Greenwitch leben. Schönes Haus! Es kamen viele ihrer Freunde zum BBQ, alle mit Kindern, was den Trubel am Hafen sicher übertraf.
Der Tag startete bewölkt mit nur lauen 27 Grad, so dass ich sogar mal wieder meine lange Hose anziehen musste, doch das änderte sich zum Mittag auf 32 Grad und Knallesonne – angenehm, wenn man -10 Grad im Hinterkoph hängen hat. Sorry guys! Wir senden euch unsere warmen Gedanken!
Morgen treffen wir unsere Nachbarn aus Berlin. Wie klein die Welt doch ist!
Wenn man mal ohne Photoapparat losgeht, gibt es immer was zu photographieren.
Heute ist Museumstag. Von wegen zu wenig Kultur und so. Zur Zeit findet in Brisbane die ‘Asia Pacific Triennial of Contemporary Art’ statt, mit Ausstellungen in klassischer und moderner Kunst.
Als erstes besichtigen wir das Kunstmuseum (Queensland Art Gallery), bei freiem Eintritt, wohlbemerkt. Überall hat man Zugang zu kostenfreiem Internet. Es findet sich schöne Kunst. Es folgt ein Kaffee und dann das gegenüberliegende Museum für moderne Kunst. Hier kann man sich einen Museumsführer als Podcast zum Anhören und Museumsführung runterladen. Für lau. Auch schön. Vorbildlich, würde ich sogar meinen. Am Eingang kann man spenden, unter einigen Bildern stehen die Spendernamen. Für Kinder gibt es Betreuung und konzeptionelle Spielprojekte. Ich bin wirklich beeindruckt.

Romy macht ein Nickerchen, dann geht’s ins naturhistorische Museum. Auch hier gibt es viele Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder, die dabei immer etwas lernen, z.B. wie viel Spaß man beim Ausgraben von Dinosaurierknochen haben kann.
Die Museen sind zwar nicht sehr groß, dafür bricht man nach einem Besuch aber auch nicht zusammen oder hat nicht das Gefühl, einen Großteil verpasst zu haben. Nach drei Museen brechen einem dann aber doch bald die Füße weg und das war der Tag im Groben. Die Kraft reicht gerade so zum kochen, packen und das letzte Bier muss auch noch wech. Im TV verpasse ich “Valküre” (was sicher nicht so schlimm ist) und lasse mich ein wenig von “I Am Legend” berieseln.
Den Vormittag verbringen wir in der Hütte über den Dingen, im 16. Stock, mit laufender Klimaanlage. Romy läßt sich erst sehr spät zum Mittagsschlaf überreden, daher kommen wir erst am frühen Nachmittag los.
Mit der Fähre befahren wir den Fluß, lassen uns von der City Cat in Highspeed auf Kufen über das Wasser nach West End tragen. Von dort laufen wir durch die gleißende Sonne, passieren Wohngebiete, Kleingewerbe und Cafés, gelangen zur Bibliothek und ins kostenlose Internet.
Zu spät brechen wir auf und finden nur noch geschlossene Supermärkte. Beim Koreaner werden wir aber satt. Gefüllt mit interessanten Speisen gehen wir heim.
Ein paar Biere sind noch von gestern übrig. Jetzt sind es ein paar weniger.
Den Termin beim Arzt lassen wir verstreichen, da er zu früh war und Romy erstmal ausschlafen soll. Ein erneutes Fiebermessen treibt uns dann aber doch aus dem Haus. Wir finden einen Arzt, der errötete Ohren und leicht entzündeten Rachenraum diagnostiziert. Wir erhalten ein Rezept für Antibiotika, das im Labor der Apotheke live am Monitor verfolgbar angerührt wird, was eine Ewigkeit dauert. Der Apotheker ist aber sehr nett und hält derweil Smalltalk mit uns. Nach dem Mittagsschlaf gehen wir nochmals in die Stadt und Romy stürzt so unglücklich aus dem Buggy, dass sie frontal auf ihr Gesicht fällt. Es fließt viel Blut, wir stürzen in eine Erste Hilfe Station, die glücklicherweise direkt um die Ecke liegt. Nachdem die Wunden gesäubert sind, stellt sich heraus, dass Romy Glück im Unglück hatte: Ihr Nanney hat die meiste Energie des Sturzes abgefangen. Er wurde dabei auch fast komplett durchgebissen. Den Rest pufferte das kleine Kinn. Das Blut entsprang den Wurzeln der Schneidezähne, die laut Onkel Doktor wieder genesen. Kinderzähne sind ein Wunder der Natur! Und wer behauptet, Kinder sollten weniger Schnuller tragen, sollte über die Auswikungen des Verlustes seiner Schneidezähne nachdenken.
Die tapfere Romy war schneller wieder auf den Beinen, als ihre Eltern, die sich erst langsam vom Schock erholen. Ihren Freifahrtschein für den Rest des Tages setzte sie in zwei große Einscremes und eine Dauerkarte auf Papas Schultern (“Pappa-Pferd”) um.
Meinen Schock versenke ich gerade in einigen Bitburgern, die erstaunlicherweise günstiger zu erstehen waren als einheimisches Bier, dafür aber auch irgendwie gar nicht wie Bitburger, wie ich es kenne, schmecken. Prost und gute Nacht!
Wir buchen per Internet in der öffentlichen Bibliothek unser Appartement in Brisbane. Romy amüsiert sich in der Kindeabtreilung, heute ist Story-Thursday. Zwei übergewichtige übermotivierte Kinderanimatorinnen versuchen Stimmung in die anwesenden Kinder zu pumpen. Ich überlege, ob wir auch ein solches Angebot in unseren Kinderbibliotheken haben. Wir überwinden die eineinhalb Stunden Fahrt, suchen den Autoverleih per Google Maps und Smartphone. Unser Appartement macht was her. Kika hat einen schönen Deal geschossen. Wir residieren im 16. Stock über der Stadt im Business-Viertel. Direkt um die Ecke sind alle Einkaufsmeilen der Stadt.
Mall reiht sich an Mall, welche wiederum die parallel verlaufenden Einkaufsmeilen untereinander verbinden. Brisbane ist eine aufstrebende Metropole mit hohen Wachstumsraten an allen Ecken und Enden, und das zeigt sich nicht nur in den ständig wachsenden Hochhäusern.
Romys Fieber steigt nachmittags wieder an, was uns ein Rätsel ist, denn normalerweise fällt es bei unbedenklichen Infekten nach drei Tagen. Wir suchen abends einen Arzt auf, der uns aber auf den nächsten Tag vertröstet. Romy nennt uns jetzt übrigens öfter mal Mommey und Pappey, wenn ihr danach ist. Sie übernimmt langsam die hiesigen Sprachgewohnheiten, sagt ByeBye und Tankhiu. Ihr Schnuller ist nun nicht mehr Nannie, sondern Nanney. Very British.
Romys Fieber ist gesunken, sie hat aber noch erhöhte Temperatur. Da wir morgen das Auto abgeben müssen, fahren wir heute schon los, um die Fahrt kurz halten zu können. Kleine Etappen bringen einen auch zum Ziel.
Die nette alte Dame im Tourist Info-Bunker weist uns den Weg zu einem schönen kleinen Motel in Calourna. Wir bekommen ein Zimmer mit Queensbed in Queensland – nice!
Wir besuchen den Strand und sehen die Glass House Mountains aus der Ferne im Sonnenlicht glitzern. Wir essen auf der Promenade. Die Spezialität ist ein 18 Stunden gegartes Steak – ich schätze mal Niedergarmethode. Ich wähle die preisgekrönte Byron-Bay-Thai-Chilisauce: Extrem zart, recht scharf, sehr lecker.
Romys Fieber bleibt hoch. Wir bleiben im Bett. Nachmittags entscheiden wir uns, den See aus der Nähe zu betrachten. es ist nicht weit, der Weg führt fast senkrecht, sehr direkt nach unten. Vom Schwimmen im See wird aufgrund einer Algenverschmutzung abgeraten. Wie fast alles in Australien sind diese Algen entweder tödlich oder sehr schmerzhaft (Anm. d. Red.: dramaturgische Übertreibung). Wir machen also nur einen Spaziergang. Der See ist das Wasserreservoir der Region und wird schwer behütet. Wir lassen den See, wie er ist und fahren zurück ins sichere Bett. Papa holt Pizza, im TV läuft nichts. Tschö!
Unser Haus liegt an der Flanke eines Berges, an den Ausläufern eines recht großen Sees. Wir sehen ihn von hier oben leider nicht, auf Google Maps ist er aber wirklich schön. Ein Handy mit Internetzugang ist im Urlaub übrigens wirklich sehr nützlich – sofern man Empfang hat.
Romy erscheint uns matt und überhitzt und es stellt sich heraus, dass sie hohes Fieber hat. Uns ist keine Ursache ersichtlich, wägen alle ab und entscheiden uns, das Appartement eine Weile zu mieten, bis es Romy wieder besser geht. Uns allen tut ein ruhiger Tag mal ganz gut und so verbringen wir ihn gemeinsam im Bett.
Heute sehen wir dem Tag zu, wie er langsam vorüberzieht. Romy macht das Fieber ganz schön zu schaffen. Kika die Langeweile. Ich komme sogar endlich mal zum Lesen.
Kika bekommt nach kurzer Zeit Hummeln im Hintern, sie durchsucht das Zimmer nach bedrucktem Papier, ihr Buch ist fast zu Ende und sie hat kein neues. Dann bekommt sie immer Panik. Im letzten Drittel ihres Schmökers beginnt sie schon heimlich mein Buch zu lesen. Ich weiß nicht warum, aber der Zeitpunkt ist auf jeden Fall schlecht gewählt, da ich unter besagten Umständen selber endlich auch mal zum lesen komme und mein kleines Buch nicht aus der Hand legen möchte. Während der gesamten Zeit hat Kika schon mindestens fünf Bücher durch, während ich nicht mal vier Kapitel geschafft habe. Wie und vor allem wann sie das macht, bleibt mir ein Rätsel. Ich lese sonst im Urlaub ein Buch nach dem anderen. Mit Romy gestaltet sich das aber etwas anders, wie ich merke.
Selbstverpflegung, schlafen.
The little Queen is leaving the city. Es hat sich leider herausgestellt, dass Frazier Island mit Kleinkind nicht buchbar ist. Kein Unternehmen organisiert einer Kleinfamilie einen Trip zu dieser wunderschönen, größten bewachsenen Sandinsel der Welt. Wir erahnen nur, was wir da verpassen. Mit Kind reisen wird einem nicht leicht gestaltet. Es ist schwer unterwegs mit Baby eine Bleibe zu finden, denn eine Unterbringung mit Kind ist nicht selbstverständlich, die muss extra erfragt und erlaubt werden. Die sind ja fast schon überdeutsch in ihrem Regelungswahn. Vertrauenserweckend, wie ich finde, setzen sie hier viele durchdachte und nützliche Regelungen durch. Aber einiges erscheint mir doch etwas übertrieben: Der Konsum von Alkohol an öffentlichen Orten z.B., wie dem Strand, der Strasse, im Park usw., also an allen Orten, wo es eigentlich Spaß macht, ist verboten – wohl wegen der überhandnehmenden jugendlichen Gewalt, so wurde mir gesagt. Dabei sind mir bisher gar nicht so viele Jugendliche aufgefallen. Und die wenigen wirkten eigentlich recht brav.
Beim Parken sind sie in NSW ebenfalls etwas pingelig. Wer nicht rückwärts im 45 Grad-Winkel am Strassenrand steht, muss ein Bußgeld ablatzen. Netterweise machen einen darauf Passanten aufmerksam. Überhaupt ist für einen kleinen Smalltalk im Vorübergehen immer Zeit. Sehr nette Menschen hier, das muss man sagen. Ausser die Truckfahrer, die sind recht agressiv. Das mag an zu viel Amphetamin liegen, das sie wohl alle nehmen, wegen der großen Distanzen. Aber darüber spricht man hier nicht. Sonst würde das Land nicht funktionieren.
Mit Kind auf der Suche nach einer Bleibe fahren wir durch Maleny, betrachten die schönen Glass House Mountains (weitere Bilder), die Captain James Cook schon von der Küste aus sehen konnte und nach seiner Heimat benannte, welche vulkanischen Ursprungs und uralt sind. Wir nutzen die Dienste der vorbildlich im Land verteilten Tourist Information Centers und finden ein Appartement in Montville, der Stadt der aussterbenden Frösche.